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Sinne des Menschen

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Inhalt
1. Die Sinne
2. Die Sinne trainieren
3. Den eigenen Sinnen vertrauen
4. Die erweiterten Sinne des Menschen
5. Die Sinne der Tiere
6. Das Zusammenspiel von Sinn und Wahrnehmung
7. Der sechste Sinne des Menschen


1. Die Sinne

Um überleben zu können, muss jedes Lebewesen in der Lage sein, auf seine unmittelbare Umgebung in geeigneter Weise zu reagieren. Um dies zu bewerkstelligen, benötigt es die Fähigkeit, die Umwelt zu erkennen. Dies bedingt, dass jedes Lebewesen über Sensoren verfügen muss, mit denen es in der Lage ist, sein Umfeld erfassen zu können. Diese Sensoren werden allgemein als Sinnesorgane oder kurz als Sinne bezeichnet. Nur mit diesen Sinnen erhält jedes Lebewesen Informationen über seine Umgebung, und kann dann entsprechend seiner Bedürfnisse auf seine Umwelt reagieren.
Die Sinnesorgane nehmen dabei entsprechende Reize aus der Umgebung auf, bereiten diese in unterschiedlicher Art und Weise auf, und geben die gewonnenen Daten an das Gehirn weiter. Das Gehirn wiederum verarbeitet diese Daten, und bereitet es in der Weise auf, dass sich das Lebewesen ein Abbild seiner Umgebung machen kann. Wie exakt dieses Abbild wird, hängt von der Leistungsfähigkeit seiner Sinneszellen und seines Gehirns ab.
In unserer Welt wirken auf jedes Lebewesen die unterschiedlichsten Einflüsse ein. Diese Einflüsse bestehen aus Strahlung, aus Schwingung, aus chemischen Substanzen, oder aus festen Stoffen. Um auf diese Einflüsse reagieren zu können, haben sich verschiedene Sinnesorgane entwickelt. Diese Sinnesorgane sind in einer ganz bestimmten Weise aufgebaut, um auf ganz bestimmte Reize reagieren zu können. Man spricht erst dann von einem Sinnesorgan, wenn nachgewiesen wurde, dass dieses auf den entsprechenden Reiz reagieren kann. Der Nachweis darüber kann durch Beobachtung, oder durch experimentelle Versuche erbracht werden.

Der Mensch verfügt klassischerweise über 5 Sinne, mit denen er Informationen erhalten kann: Sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen. Diese Sinne hat bereits Aristoteles beschrieben.
Die moderne Physiologie kennt darüber hinaus noch vier weitere Sinne: Den Temperatursinn, die Schmerzempfindung, den Gleichgewichtssinn und die Körperempfindungen (oder Tiefensensibilität). Diese vier Sinne haben aber alle etwas mit dem Sinn „Fühlen“ zu tun, und dienen lediglich der weiteren Unterteilung dieses Sinnes. Darüber hinaus wird diskutiert, ob die >Wahrnehmung von Bewegung< einen selbständigen Sinn darstellt.

Der wichtigste Sinn des Menschen ist das Sehen, gefolgt vom Hören. Diese Sinne werden auch als Fernsinne bezeichnet, da diese Wahrnehmungen ermöglichen, die außerhalb der unmittelbaren Körpernähe stattfinden Die restlichen Sinne werden als Nahsinne bezeichnet. Über das Sehen nimmt der Mensch ca 95% seiner gesamten Wahrnehmungen auf. Die restlichen 5% entfallen auf die restlichen 4 Sinne des Menschen.

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2. Die Sinne trainieren

Wenn beispielsweise der Sehsinn eines Menschen ausfällt, muss er seine verbliebenen Sinne so weit schärfen, dass diese den fehlenden Sehsinn weitgehend ersetzen. Hierzu muss die Sensibilität des Hör- und Tastsinnes so weit verbessert werden, dass eine Orientierung im Raum wieder möglich wird. Ein gleichwertiger Ersatz des Sehsinnes ist aber nicht zu erreichen.
Bemerkenswert dabei ist, dass der Mensch überhaupt in der Lage ist, die Sensibilität seiner Sinne zu stärken, indem er sie trainiert. Die logische Konsequenz daraus ist, dass er auch in der Lage ist, vorhandene Sinne zu vernachlässigen.

Jeder Mensch verfügt über den Geschmacks- und Geruchssinn. Damit kann man erkennen, ob eine Speise sauer oder bitter, süß, umami oder salzig ist. Dies war und ist für die Ernährung des Menschen wichtig, da er dadurch erkennt, ob eine Speise giftig oder verdorben, oder ob sie nährstoffhaltig ist.
Seit Beginn der Nahrungszubereitung durch kochen oder braten nahm die Bedeutung des Geschmacks- und Geruchssinnes zu. Man konnte den Geschmack der Speise durch Hinzufügen von Gewürzen beeinflussen. Durch diese Veränderungsmöglichkeiten der Speisen wurden die Geschmacksnerven stimuliert, und dadurch sensibilisiert.
Menschen, die sich intensiv mit der Zubereitung von Speisen beschäftigen, entwickeln mit der Zeit ihren Geschmackssinn derart, dass sie in der Lage sind, durch kosten der Speise die noch fehlenden Zutaten zu bestimmen. Sie sind in der Lage, Geschmacksnuancen zu erkennen, was viele Menschen nicht können, weil sie ihren Geschmackssinn nicht trainiert haben.

Das Selbe gilt für das Gehör: Ausgebildete Musiker können den Unterschied von Tönen erkennen, deren Frequenzen sich nur unwesentlich voneinander unterscheiden; andere hingegen erkennen es nicht, wenn beispielsweise ein Klavier verstimmt ist.

Ein blinder Mensch hat neben seinem Gehör auch seinen Tastsinn trainiert; nur so ist er in der Lage, zum Beispiel Blindenschrift mit den Fingerkuppen zu lesen. „Normale“ Menschen sind beim Versuch, Blindenschrift zu lesen, überfordert.

Uns Menschen ist es grundsätzlich möglich, alle unsere Sinne gezielt zu trainieren. Es wird dabei aber nicht das Sinnesorgan selbst sensibilisiert, sondern vielmehr unser Gehirn! Durch die intensive Beschäftigung mit unseren Sinnen wird dabei unser Gehirn derart trainiert, dass die vorhandenen Sinnesinformationen unserer Sinne effektiver ausgewertet werden, und dadurch ein umfassenderer Sinneseindruck entsteht.

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3. Den eigenen Sinnen vertrauen

Jeder von uns hat schon Erfahrungen mit Sinnestäuschungen gemacht. Die bekanntesten Sinnestäuschungen sind zweifellos die optischen Sinnestäuschungen. Jeder von uns macht in seinem Leben eine Menge Erfahrungen, die er sich merkt. Diese Erfahrungen werden immer wieder mit dem aktuell Erlebten verglichen. Dies ist notwendig, um sinnvolle Entscheidungen treffen zu können.
Wenn man die nachfolgende Zeichnung betrachtet erkennt man, dass diese nicht stimmen kann. Eine Zeichnung, bei der Wasser scheinbar immer bergab fließt

Wenn man aber die Details dieser Zeichnung betrachtet, und mit den Augen dem Verlauf des Wassers folgt, so erkennt man, dass es immer abwärts fließt. Wir vergleichen diese Beobachtung mit unseren bisher gemachten Erfahrungen: Wir haben gelernt, dass Wasser immer abwärts fließt. Somit kommen wir zu dem Schluss, dass dieses Bild korrekt ist. Betrachten wir aber die Gesamtheit des Bildes, so erkennen wir den Betrug. Wir sind also einer Sinnestäuschung aufgesessen. Diese Erfahrung ist ein weiterer Baustein unseres riesigen Erfahrungsschatzes, der höchstwahrscheinlich dazu führt, künftige Bilder mit mehr Skepsis zu betrachten: Entspricht das, was wir sehen, wirklich der Realität?

Tatsächlich ist es so, dass wir alles, was wir mit unseren Sinnen erfassen, immer erst mit den bisher von uns gemachten Erfahrungen vergleichen, und somit überprüfen. Dies geschieht teilweise mit einer so großen Geschwindigkeit, dass wir oftmals gar nicht bemerken, dass wir diesen Abgleich machen. Je mehr Informationen und Erfahrungen wir besitzen, desto sicherer kann dann unsere Entscheidung werden. Erst wenn wir zu dem Schluss gelangen, dass der gemachte Sinneseindruck richtig ist, entscheiden wir uns für eine entsprechende Reaktion.

Die Entscheidung die wir dann treffen, ist davon abhängig, was wir als „Wahr“ einstufen. Anhand des Beispiels des Wassers wissen wir, dass Wasser immer der Schwerkraft folgt, und somit nach unten fließt. Diese Wahrheit wurde uns bisher immer wieder in Form von Erfahrungen bestätigt: Jeder Fluss fließt abwärts, Wasser, das ausgegossen wird, fällt auf den Boden. Spätestens in der Schule haben wir gelernt, dass es Schwerkraft gibt, und diese für dieses Verhalten des Wassers zuständig ist. Und weil wir wissen, dass dies die Wahrheit ist, stufen wir obiges Bild als Täuschung ein; wenn wir das gesamte Bild betrachten!

Es gibt aber auch Wahrheiten, die sich im Laufe der Zeit ändern! Auch dies hängt vielfach mit unseren Sinnen zusammen. Wir haben zum Beispiel erkannt, dass alles der Erde zustrebt. Dies kann man sehen und fühlen. Alles wird von der Erde angezogen. Solange diese Erde eben ist, kann man darauf stehen und gehen. Wenn sich der Untergrund auf dem man geht ändert und geneigt wird, so verlieren wir irgendwann den Halt, und rutschen ab; dies kann man fühlen. Wenn man einen steilen Berg erklimmen möchte, kann dies passieren. Und weil man diese Erfahrung mit der Erdanziehung gemacht hat glaubte man früher, dass die Erde eine Scheibe sein muss. Das wusste man! Und jeder, der was anderes behauptete, war ein Ketzer.
Aber warum wusste man das damals so genau? Weil sich noch keiner vorstellen konnte, dass die Erde nicht der Mittelpunkt der Welt war! Es war einfach nicht bekannt, dass die Erde eine Kugel ist, sich im Weltall befindet und um die Sonne kreist. Im Grunde sind wir einer Sinnestäuschung aufgesessen, da wir nur die Details, also unsere unmittelbare Umgebung, erkennen konnten, nicht aber das Gesamtbild. Ein Vergleich mit dem obigen Bild ist durchaus angebracht.

Außerdem darf man nicht vergessen, dass dieses Wissen zu dieser Zeit auch nicht erwünscht war, da sich dadurch das gesamte, damals geltende > Weltbild < verändert hätte! Die Erde war schließlich der Mittelpunkt der Welt!

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4. Die erweiterten Sinne des Menschen

Wahrscheinlich aus Zufall erkannte man, dass sich ein Magnetit Splitter immer in die gleiche Richtung einpendelt, wenn er freibeweglich mit einer Schnur aufgehängt wurde. Irgendwann fand man heraus, dass man diese Eigenschaft auch für das Navigieren verwenden konnte; der Kompass war gefunden.
Die Chinesen kannten die Eigenschaften des Magnetit bereits im 11 Jahrhundert vor Christus. In Europa wurde er erstmals in der griechischen Antike eingesetzt. Der Kompass richtet sich nach den Feldlinien des Erdmagnetfeldes aus. Der Mensch kann diese Feldlinien nicht wahrnehmen. Mit Hilfe des Kompasses kann er ihnen aber folgen. Dadurch, dass der Kompass eine Kompassnadel besitzt, kann die Ausrichtung dieser Nadel, und damit auch die Ausrichtung des Magnetfeldes, mit unseren Augen erkannt werden. Im weitesten Sinne hat der Kompass die Sinne des Menschen erweitert. Deshalb kann er durchaus auch als erweiterter Sinn des Menschen bezeichnet werden.

In der Zwischenzeit gelang es dem Menschen, eine ganze Reihe von Messinstrumenten zu entwickeln, welche elektromagnetische Wellen, ultraviolettes Licht, Röntgenstrahlen, usw. anzeigen und messen können. Die entsprechenden Messinstrumente erkennen die jeweiligen Messgrößen, und zeigen uns die gemessenen Werte in einer für uns erkennbaren Weise an. Mit Hilfe der Technik haben wir uns eine enorme Anzahl an unterschiedlichen Sinnen geschaffen.

Im Laufe der Geschichte hat sich in unserer Gesellschaft eingebürgert, dass wir nur das glauben, was wir mit unseren eigenen Sinnen und den Messinstrumenten erfassen können. Dieses führte in unserer modernen Gesellschaft letztendlich dazu, dass wir nur das anerkennen was messbar, und damit nachweisbar ist.
Dieses Verhalten kann man durchaus mit einem > Weltbild < vergleichen.

Stellt sich die Frage, ob die heute lebende Menschheit bereits alle physikalischen Größen dieser Welt kennen gelernt hat…. Oder gibt es da noch Größen, die nicht physikalischer Natur sind?

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5. Die Sinne der Tiere

Die meisten Tiere auf unserem Planeten verfügen über die gleichen Sinne wie die Menschen. Bei den Tieren sind diese Sinne aber unterschiedlich stark ausgeprägt. Dies ist hauptsächlich von ihren Bedürfnissen abhängig.

Ein Hund kann z.B. um einiges besser riechen als der Mensch. Dadurch ist er in der Lage, seine Beute schon von Ferne zu erkennen.
Ein Greifvogel kann um einiges besser sehen als der Mensch. Dadurch kann er auch aus großer Höhe seine Beute am Boden erkennen. Dies hängt mit der Anzahl der lichtempfindlichen Sinneszellen auf der Rückseite seiner Augen zusammen. Man kann dies mit der Auflösung von Digitalkameras vergleichen: Je mehr Pixel pro cm² eine Kamera hat, desto mehr Details kann sie aufzeichnen.
Fledermäuse haben einen Gehörsinn der Ultraschall erfassen kann. Dadurch ist dieses Tier in der Lage, auch bei Dunkelheit zu jagen. Dieser Gehörsinn ist so exakt, dass sie Insekten orten, verfolgen und fangen können. Die Tiere stoßen dabei Schreie aus, deren Frequenz im Ultraschallbereich liegt. Die Schallwellen breiten sich aus, und werden von ihrer Umgebung, und ihrer Beute zurückgeworfen. Aus dem Echo erkennt das Gehirn der Fledermaus das Aussehen ihrer Umgebung, und die Position ihrer Beute.

Eine ganze Reihe von Tieren haben auch Sinnesorgane, die der Mensch nicht besitzt:

Zitteraale erkennen andere Lebewesen im Dunkeln, indem sie elektrische Felder aussenden, welche sich durch die Anwesenheit dieser Lebewesen verändern.
Zitterrochen hingegen sind in der Lage, anhand der vorhandenen Körperelektrizität ihrer Beute diese zu erkennen.
Klapperschlangen besitzen einen Wärmesinn, mit dem sie Lebewesen erkennen können.
Webspinnen erkennen selbst kleinste Schwingungen in ihren Netzen, und sind in der Lage zu unterscheiden, ob der Wind diese Schwingung verursachte, oder eine mögliche Beute.
- Verschiedene Vögel können sich anhand des Magnetfeldes der Erde orientieren.

Diese Auflistung ließe sich noch sehr weit fortsetzen…

Warum besitzen Tiere im Vergleich zum Menschen unterschiedlich ausgeprägte Sinne, oder verfügen über ganz andere Sinne? Dies hängt mit ihrer „Lebensführung“ zusammen. Nachtaktive Tiere, wie zum Beispiel Katzen, suchen ihre Beute auch während der Nacht. Da es dann dunkel ist, mussten sie ihre Augen entsprechend der Dunkelheit so anpassen, damit sie ihre Beute auch bei wenig Licht finden können.
Fledermäuse gingen einen anderen Weg: Sie haben ihr Gehör so verändert, dass sie Ultraschall hören können, den sie selbst erzeugen. Durch das Echo können sie dann ihre Beute orten.
Da der Mensch hauptsächlich am Tag aktiv ist, benötigt er diese derart ausgeprägten Sinne nicht. Sein Sehsinn wurde für den Tag entwickelt.

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6. Das Zusammenspiel von Sinn und Wahrnehmung

Die Sinneszellen des Menschen sind ständig aktiv. Fortwährend senden sie ihre Informationen an das Gehirn. Das Gehirn setzt aus allen empfangenen Informationen aller Sinnesorgane ein Gesamtbild unserer Umgebung zusammen und entscheidet dann, was man als nächstes macht.
Während Sie diese Zeilen lesen, könnte Beispielsweise das Telefon klingeln. Nachdem Sie das Läuten registriert haben entscheiden Sie, ob sie den Anruf entgegen nehmen oder lieber weiter lesen wollen.
Es könnte auch sein, dass jemand an der Türe klopft, Sie es aber nicht wahrnehmen.
In beiden Fällen hat Ihr Gehör die Geräusche vernommen, und sendet diese Information an Ihr Gehirn. Dieses registriert das Geräusch und entscheidet dann, was es damit macht: soll es in Ihr Bewusstsein vordringen oder nicht? Diese Entscheidung ist davon abhängig, wie intensiv Sie sich gerade mit dem Lesen beschäftigen. Ist der Lesestoff besonders interessant und das Klopfen an der Türe nicht besonders laut, dann besteht durchaus die Möglichkeit, dass Sie das Geräusch nicht wahrnehmen. -- Wie kann das sein?

Die Ursache hiervon ist ein Mechanismus, der unser Gehirn vor Überlastung schützen soll. Wie bereits weiter oben beschrieben, senden unsere Sinnesorgane fortwährend ihre Sinneseindrücke an unser Gehirn. Jeder einzelne Reiz müsste verarbeitet und bewertet werden; unser Gehirn wäre in kürzester Zeit an seiner Belastungsgrenze angelangt. Damit dies nicht passiert, werden Sinneseindrücke, welche aktuell als unwichtig eingestuft werden, vom Gehirn einfach nicht beachtet. Die Einstufung der Sinneseindrücke in „wichtig“ und „unwichtig“ übernimmt dabei der Thalamus. Er ist ein Bereich im Zwischenhirn, der sämtliche Informationen aller Sinne erhält, bewertet, und erst dann an die jeweilige Hirnregion weiterleitet. Erst dort entsteht dann der eigentliche Sinneseindruck.

Die Entscheidung, was aktuell wichtig ist, treffen wir in jedem Augenblick neu! Wichtig dabei ist, in welcher Situation wir uns aktuell befinden. Wenn wir Beispielsweise Auto fahren, dann hört unser Ohr das Fahrgeräusch: Wir werden es aber nicht wahrnehmen, weil wir unsere Konzentration auf den Verkehr vor uns richten. Unser Gehirn hat im laufe der Zeit gelernt, wie ein normales Fahrgeräusch klingt, und reagiert nicht mehr darauf; erst wenn es unnormal klingt, werden wir es wahrnehmen und augenblicklich beurteilen. Erst dann entscheiden wir, ob und wie wir darauf reagieren müssen.

Unser Gehirn ist also in der Lage, bestimmte Sinneseindrücke zu beachten, und andere nicht. Welche es beachtet, bestimmen wir selbst! Während unseres bisherigen Lebens haben wir Mechanismen entwickelt, die weitgehend selbständig dafür sorgen, auf welche Sinneseindrücke wir wann und wie zu reagieren haben. Man kann diese Mechanismen auch mit >Programmen< vergleichen, die automatisch ablaufen, ohne dass wir bewusst eingreifen müssen. Dadurch haben wir unser Gehirn für andere Tätigkeiten entlastet, und können diesen folgen.

Bleiben wir beim Beispiel Telefon, das relativ leise läutet:
Wir haben gelernt, welches Geräusch ein läutendes Telefon macht. Dieses Geräusch ist in unserem Gehirn abgespeichert. Wenn es also läutet, dann gelangt das Signal von unserem Ohr in unser Gehirn. Im selben Moment wird dieses Geräusch mit allen unseren abgespeicherten Klangmustern verglichen. Bis jetzt haben wir das Läuten des Telefons noch nicht als solches bewusst wahrgenommen. Erst wenn unser >Programm< das Geräusch als „Telefon“ wahrnimmt, folgt es einer weiteren >Programmierung<, die wir vorher festgelegt haben: Muss auf das läuten des Telefons reagiert werden? Erst wenn auch diese Abfrage mit ja beantwortet wird, nehmen wir das Läuten des Telefons bewusst wahr.

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7. Der sechste Sinne des Menschen

Biologen benutzen den Begriff des 6. Sinnes, um bei Tieren elektrische und magnetische Sinne zu beschreiben: Es gibt Lebewesen, welche Sinnesorgane besitzen, mit denen sie Beispielsweise die Polarisierung von Licht oder das Magnetfeld der Erde erkennen können. Andere erkennen anhand der Änderung des elektrischen Feldes ihre Beute. Wieder andere erkennen ihre Beute durch die Wahrnehmung von Wärmequellen.

Es gibt aber auch einen so genannten 6. Sinn beim Menschen. Dabei werden Wahrnehmungen beschrieben, welche nicht durch die klassischen 5 Sinne des Menschen gemacht werden. Man spricht auch von „außersinnlichen Wahrnehmungen“ wie Psi-Fähigkeiten, Telepathie, Hellsehen, etc. Diese Wahrnehmungen werden in unserer Gesellschaft gerne als übernatürlich und nicht nachweisbar angesehen, und demzufolge als nicht existent abgelehnt.
Es gibt aber Situationen, in denen man eine objektiv sinnvolle Entscheidung getroffen hat, man aber trotzdem ein „mulmiges Gefühl“ verspürt. Wenn man diesem Gefühl nachgibt, und nicht entsprechend der sinnvoll erachteten Entscheidung handelt, dann kann es durchaus vorkommen, dass man richtig gehandelt hat. Vielfach wird dann von einem sechsten Sinn gesprochen, der für die Verhinderung dieser Fehlentscheidung verantwortlich war. Wie aber weiter oben beschrieben wurde, verfügt der Mensch nicht über einen solchen sechsten Sinn!
Oder etwa doch?

Joshua Brown und sein Kollege Todd Braver, Wissenschaftler der Washington Universität in St. Louis in USA, haben mit Hilfe kernspintomographischer Untersuchung nachgewiesen, dass es eine bestimmte Hirnregion gibt, die eine Art Warnsystem darstellen. Es handelt sich hierbei um den „vorderen cingulären Kortex“ (Englisch: Anterior Cingulate Cortex (ACC)), der sich in der Nähe des Frontallappens befindet. Diese Hirnregion empfängt offensichtlich Umgebungssignale, welche sofort auf mögliche Gefahren untersucht werden. Sollten diese Signale als gefährlich erkannt werden, schlägt es augenblicklich Alarm. Somit hat der Mensch die Möglichkeit, sein momentanes Verhalten zu ändern.

Aber was läuft dabei genau ab?
Ganz lapidar gesprochen, vergleicht der ACC aktuelle Geschehnisse mit aktuellen Entscheidungen, und allen bisher gemachten Erfahrungen. Es scheint, dass der ACC auch Sinneseindrücke verarbeitet, die nicht bis ins Bewusstsein vorgedrungen sind. (Siehe: Das Zusammenspiel von Sinn und Wahrnehmung) Wenn bei diesem Vergleich eine oder mehrere Unstimmigkeiten auftreten, wird diese vom ACC bewertet. Im ungünstigsten Fall schlägt es Alarm; das „mulmige Gefühl“ stellt sich ein. Sehr oft kann man dann nicht begründen, warum dieses Gefühl vorhanden ist.
Als vermutlich sicher kann angesehen werden, dass diese Warnfunktion des ACC nur möglich ist, weil unsere Sinne unentwegt ihre Sinnesinformationen an unser Gehirn melden. Man geht davon aus, dass alle Sinnesinformationen im Gehirn abgespeichert werden; auch diejenigen, die wir nicht bewusst wahrnehmen! Dies hat zur Folge, dass das ACC auf diese unbewussten Erinnerungen zurückgreifen kann, und mit dem aktuellen Geschehen vergleicht.
Wenn man diesen Vorgang des unbewussten Erkennens von Gefahren als den sechsten Sinn bezeichnet, so hätte man einen Sinn definiert, der ohne eigenständiges Sinnesorgan auskommt. Dann wäre das Gehirn Quasi Sinnesorgan und Entscheidungsträger in Einem.

Je besser unser Gehirn in der Lage ist, diese Sinnesinformationen in Sinneseindrücke umzuwandeln, umso sicherer können wir unsere Entscheidungen fällen.

Ursprünglich wurde dem Anterior Cingulate Cortex auch eine wichtige Funktion bei der Verarbeitung von Konflikten zugeschrieben.

Eines der Aufgaben, die sich die Lichtschaukel gestellt hat besteht darin, den „sechsten Sinn“ des Menschen zu sensibilisieren. Ziel soll sein dass man lernt, all seinen Sinnen, den Botschaften seines Körpers und seines Geistes zu vertrauen. Durch gezielte Übungen versuchen wir dies zu erreichen.

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Treffpunkt Lichtschaukel